Wohlfühlblase in Deutschland

von Mehmet Teyfik Oezcan, 1 Oktober, 2022

Platzt die Wohlfühlblase in Deutschland, ist ein Volksaufstand vorprogrammiert.

Schon in der Antike pflegten die Herrschenden eine ambivalente Beziehung zu ihren Untertanen. Es galt die Devise der alten Römer; gebt den Menschen genug zu essen und unterhaltet sie, respektive lenkt sie mit öffentlichen Aufführungen von ihren Alltagsproblemen sowie den politischen Themen ab, damit die Staatenlenker die Strukturen ihrer Macht zementieren und ungehindert ausbauen können. 

Der politische Unterbau war mit „Brot und Spiele“ (panem et circenses) geboren, der auch in der heutigen Zeit in diversen Variationen zur Geltung kommt und in unserem politischen System eine entscheidende Rolle spielt.

Früher im Römischen Reich wurde das Volk mit günstiger Lieferung von Grundnahrungsmitteln und mit unterhaltsamem Schauspiel sowie mit Gladiatorenkämpfen in eine geistige Metamorphose (Wohlfühlblase) katapultiert. Übertragen auf die heute Zeit heißt die Devise exemplarisch „Hartz IV und Medien“. Das manipulier-freudige Fernsehvolk wird mit Fast-Food zugemüllt und am Ende der Wertvernichtungskette wird ein degeneriertes Individuum geformt und in staatliche sowie mediale Abhängigkeit gebracht.

Aus genau dieser gesellschaftlichen Bequemlichkeit heraus speisen die Systemparteien und ihre Entourage ihre Selbstsicherheit sowie ihre Unbekümmertheit. Um den demokratischen Prinzipien zu genügen und eine Brise Wahlfreiheit zu suggerieren, darf ferner das gemeine Volk mit der Teilnahme an der Wahl den Lokomotivführer regelmäßig bestimmen und bei Bedarf auswechseln. Der Souverän wählt in der Hoffnung das kleinere Übel, dass die Gewählten das Land nicht gegen die Wand fahren.

Wenn man jedoch die letzten Monate Revue passieren lässt, wird erschreckend deutlich, wie die gewählten Repräsentanten abgehoben und hochmütig auf ihre Wähler hinabschauen. Anstatt sich für Deutschland, ihre Bürger einzusetzen, wird mit einer anbiedernden und unterwürfigen Außenpolitik unserem Land nachhaltig Schaden zugefügt, und es wird vom Bürger erwartet, den Gürtel so eng zu schnallen, bis er reißt. Die Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft reißen nicht ab. Die Insolvenzen nehmen stetig zu, und unsere Politiker leisten sich unverblümt einen Überbietungswettbewerb, wie der in seiner Wohlfühlblase verwöhnte Bürger Energie sparen kann.

Um unsere Erde zu retten und die Klimaziele zu erreichen, sind kolportierte Energiesparvorschläge opportun. Klar, aber einen vermeidbaren Krieg als Vorwand zu nehmen, um Enthaltsam zu predigen, stößt bei vielen mündigen Bürgern auf wenig Gegenliebe. Vor allem die Grünen mit ihrer ANTI-Kriegspartei-DNA mutieren mit ihren Protagonisten zu einer veritablen ANTI-Antikriegspartei.

Durch ihre intelligenten Aussagen in den letzten Wochen sind der „Waschlappen“ Kretschmann, das „Insolvenzgenie“ Habeck und die „Egal, was meine Wähler denken“ Baerbock, als Frontkämpfer der Grünen, den Wählern gut in Erinnerung geblieben. Die Kombination von massiv gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreisen sowie diese Verbalakrobatik bringen gegenwärtig die Volksseele zum Kochen und könnten die Wohlfühlblase zum Platzen bringen, mit schwerwiegenden Folgen für die Zukunft Deutschlands.

Wenn es für die Bürger nicht mehr viel Brot gibt und überdrüssige, manipulierte Spiele noch übrigbleiben, ist es vorbei mit „Brot und Spiele“.

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