Unkenrufen zum Trotz: Türkei stabil

Unkenrufen zum Trotz: Türkei stabil

Unkenrufen zum Trotz: Türkei stabil

Unkenrufen zum Trotz: Türkei stabil

Laut der Weltbank hat die türkische Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr die Prognose von -3,8 Prozent weit verfehlt. Die Türken konnten das Jahr sogar mit einem + von 0,5 Prozent abschließen. Dieses Jahr soll die Türkei 4,5 Prozent zulegen - eigentlich eine gute Nachricht.

Kein Grund also, die Leistung der türkischen Regierung zu negieren oder in Abrede zu stellen? Doch! Und dabei geht es nicht wirklich um die Kompetenz der Regierung in Sachen Wirtschaftspolitik - ob nun mit oder ohne Corona-Krise, sondern vielmehr um die Regierung selbst. Darum, die amtierende Regierung mit manipulierten Meldungen und Gerüchten unter Druck zu setzen. Dafür geht man unverständlicherweise sogar über Wirtschaftsleichen.

 

Türkei: Inflationsrate von 1980 bis 2019 und Prognosen bis 2025(gegenüber dem Vorjahr)Die derzeitigen Proteste vor der Bosporus-Universität, die zuvor hysterisierten unzähligen Warnungen und Verdächtigungen gegenüber der türkischen Regierung, sie haben alle das Ziel, die Massen zu bewegen, die Welt zu alarmieren und damit die türkische Regierung unter Druck zu setzen.

Unter Druck steht allerdings die gemeinsame türkische Lira und damit jeder einzelne Bürger des Landes, der das aufgrund der etwas über zweistelligen Inflationsrate und Schwäche der Lira spüren soll. 

Muss man sich aufgrund der medialen Berichterstattung oppositionsnaher Medien und Hysterisierung in sozialen Medien über die knapp 15 Prozent Inflation dann noch wundern?

Politik reagiert, aber Zustand verändert sich nicht

Die türkische Zentralbank hatte die Leitzinsen seit Mai vergangenen Jahres mehr als verdoppelt, um die Inflation in den Griff zu bekommen, und damit letztendlich der Erwartungshaltung der sogenannten Investoren entsprochen. Der höchste Banker der Türkei wurde nach massiven Protesten ausgewechselt. Das Land lockt mit Vergünstigungen und Zuschüssen ausländische Investoren. Dennoch traut sich niemand, in die türkische Lira zu investieren, geschweige Denn im Land Investitionen zu tätigen. 

Aufgrund der von oppositionsnahen Kräften und Parteien heraufbeschworenen angeblich antidemokratischen Tendenzen und angeblich nicht mehr existierenden Rechtstaatlichkeit auch kein Wunder. Wenn man als Oppositionspartei nun wegen ein Paar Prozenten Zugewinn an Wählergunst, die türkische Regierung ins bodenlose kritisiert und die Wirtschaftsleistung in Abrede stellt, ja sogar in den Minus redet, ist es doch nicht wirklich verwunderlich, wenn Investoren ausbleiben. 

Verantwortung übernehmen

Wer ist dann eigentlich für diesen Dauerzustand der schwächelnden türkischen Lira wirklich verantwortlich? Die Regierung, die die Corona-Pandemie meistern will oder die Opposition, die zu jeder Handlung der Regierung Kritik übrig, aber keine Lösungen parat hat?

Das Dilemma ist zuallererst hausgemacht. Wenn man als Opposition und im Schlepptau mit Zeitungen sowie sozialen Medien die Leistungen der türkischen Regierung seit Amtsantritt des türkischen Präsidenten geradezu schlecht redet, kann man nicht wirklich erwarten, dass das nach außen hin ausgesendete Signal spurlos vorübergeht. 

Vor allem die gezielte organisierte Propaganda und politische Einflussnahme über soziale Netzwerke hat in der Türkei extrem zugenommen. Für die Verbreitung von Fake-News werden von ausnahmslos allen Parteien Millionen bereitgestellt. Mit Slogans werden Aufhänger etabliert, die sich eins zu eins mit den Statements einzelner Politiker decken.

Propaganda-Aktivitäten nehmen zu

Inzwischen haben aber die Aktivitäten der Oppositionsparteien so stark zugenommen, dass die Regierungskoalition seine Probleme damit hat, sie umfassend zu begegnen. Ein entscheidender Punkt dabei ist, dass die Regierungskoalition keine ausländischen Beziehungen vorweisen kann, die entsprechend stark Gegenpropaganda tätigen kann. Damit gewinnt die Opposition im Ausland die Oberhand über ein Land, über die sie derzeit keine Regierungsgewalt verfügt, aber von außen ein schräges Bild über das Land stülpt. Und damit ist sie hauptverantwortlich dafür, wie die Türkei im Ausland wahrgenommen wird. 

Als Investor überlegt man es sich dann genauer, Geld in ein Land zu investieren, deren Demokratie, Sicherheit oder Wirtschaftsleistung von der Opposition sozusagen in Abrede gestellt wird. Diese Opposition muss sich aber darüber im klaren sein, dass diese Propagandaarbeit nicht nur die Wähler der Regierung trifft, sondern auch die eigene Wählerschaft. Und, dieser unsägliche Zustand wird sich auch nicht von heute auf morgen verbessern, wenn die Opposition an die Macht kommt. Die Inflation macht weder vor AKP- noch CHP-Wählern halt, und schon gar nicht vor den Parteien selbst. Damit schließt sich auch der Teufelskreis.

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