Ahmet Turan Alkan: Entschuldige mich bei Erdogan und Bahceli

Ahmet Turan Alkan: Entschuldige mich bei Erdogan und Bahceli

Ahmet Turan Alkan: Entschuldige mich bei Erdogan und Bahceli

Ahmet Turan Alkan: Entschuldige mich bei Erdogan und Bahceli

Ahmet Turan Alkan schwenkt nach mehr als zwei Jahren seine Meinung. In einem ausführlichen Statement, entschuldigte sich Alkan nun gegenüber Erdogan und Bahceli.

Der ehemalige Kolumnist der Tageszeitung ZAMAN, der nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei wegen Mitgliedschaft in der FETÖ (Fethullahistische Terrororganisation - Gülen-Bewegung) angeklagt, zu mehr als 8 Jahren Haft verurteilt und nach 2 Jahren aus der Haft entlassen wurde, hat sich in einem Statement gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem Vorsitzenden der Koalitionspartei MHP, Devlet Bahceli, öffentlich entschuldigt.

Selbstkritik von Ahmet Turan Alkan

In seinem Statement, die er auch über Twitter teilte, erklärte Alkan, er habe die Machenschaften der FETÖ erst viel zu spät erkannt. Er habe während seiner Haftzeit im Hochsicherheitsgefängnis Silivri die bittere Erfahrung gemacht, dass sein eigenes Handeln dazu beigetragen habe, anderen Journalisten und Persönlichkeiten die Freiheit zu stehlen. "Meine Bitterkeit wird erst vergehen, wenn ich Gewissheit darüber habe, dass alle meine Journalistenfreunde ihre Freiheit und ihre Liebsten wiedererlangt haben", erklärte Altan in diesem Statement.

Chefredakteure flohen ins Ausland

Ahmet Turan Alkan erklärte des Weiteren, er habe die schmerzhafte Erfahrung gemacht, dass Loyalität ab einer gewissen kritischen Schwelle selbst offenbare, welcher Naivität und Faulheit man dabei eigentlich verfallen sei. Diese Erfahrung sei schmerzhaft gewesen, so Altan. Vor allem mache er sich Vorwürfe, so Altan weiter, dass er diese kritische Schwelle nicht überschritten habe, als die ersten Chefredakteure der ZAMAN sich ins Ausland abgesetzt hätten.

Falsche Menschen, falsche Ideale

Altan fügte in seinem Statement hinzu, dass die damaligen Kollegen der ZAMAN sehr demokratisch und liberal erschienen seien, um auf der anderen Seite ihre eigene Agenda und Pläne zu verfolgen. Diese falschen Menschen und Gesichter habe er aber erst spät wiedererkannt.

Enthusiasmus verletze viele Menschen

Seine schriftstellerischen Fähigkeiten hätten während seiner Zeit als Kolumnist der ZAMAN viele Menschen verletzt, darunter den Präsidenten und Devlet Bahceli selbst. Der Enthusiasmus, den Altan dabei als Kolumnist verfolgt habe, soll damals auch bewusst die Persönlichkeitsrechte der Menschen gezielt angegriffen haben, weshalb er sich bei diesen Menschen direkt entschuldige und hoffe, dass diese Entschuldigung angenommen werde. 

Gülen-Bewegung heimtückisch und gefährlich

In seinem Statement unterstrich Altan immer wieder, wie gefährlich die FETÖ sei. Die FETÖ sei eine scheinheilige Organisation, die sich in der Zivilgesellschaft heimtückisch bewege und dabei alle Institutionen eines Staates infiltriere, um damit systematisch Fallen zu stellen und die Ordnung zu unterhöhlen. 

Der ZAMAN-Prozess

Die 13. Strafkammer von Istanbul eröffnete im April 2017 das Verfahren gegen insgesamt 31 Journalisten und Redakteure der ZAMAN, wovon 22 sich in Haft befanden und der Rest sich ins Exil abgesetzt hatte. 

Im Juli 2018 wurden Ahmet Turan Alkan, Mehmet Özdemir, Şahin Alpay, Mustafa Ünal, Ali Bulaç, Mümtaz'er Türköne und İbrahim Karayeğen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Orhan Kemal Cengiz, Lalezer Sarıibrahimoğlu, İhsan Dağı und Nuriye Ural wurden freigesprochen. 

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